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Verband der Inkassotreuhandinstitute vsivsi1941

Die im Verband Schweizerischer Inkassotreuhandinstitute (vsi) organisierten Unternehmen sind für das Inkasso von über 10 Milliarden Schweizer Franken zuständig. Jährlich kassieren die Inkassounternehmen rund 700 Millionen Franken ein.

So helfen die Verbandsmitglieder mit, die schweizerische Volkswirtschaft vor Zahlungsausfällen zu schützen und setzen sich darüber hinaus für die Interessen der Gläubiger ein. Leider sinkt die Zahlungsmoral in der Schweiz. Rund 2.9 Mio. Zahlungsbefehle werden jährlich ausgestellt. Der Verlust aus erledigten Konkursverfahren betrug im Jahr 2016 mehr als 2.5 Mia Franken. Aus volkswirtschaftlicher Sicht leisten die Mitglieder des vsi einen beachtlichen Anteil daran, dass erbrachte Leistungen auch wirklich entschädigt werden.

Weiter setzt sich der vsi für ein unternehmensfreundliches Umfeld und optimale wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Mitglieder ein. Der vsi wurde 1941 gegründet.

Der VSI ist Mitglied beim europäischen Inkassoverband FENCA

Selbstregulierung

Für den Verband vsi und seine Mitglieder ist eine vertrauensvolle Leistungserbringung die Grundlage ihrer Geschäftstätigkeiten. Der Verband setzt sich für eine ausgewogene, ethisch vertretbare sowie rechtlich adäquate Dienstleistungsqualität seiner Mitglieder ein.

Die Schweizerischen Inkassounternehmen organisieren sich in diesem Verband selbst. Sie auferlegen sich dazu eigene Standesregeln, die von sämtlichen Mitgliedern eingehalten werden.

Zudem führt der vsi eine Beschwerdestelle zur Bekämpfung von Missbräuchen.

Standesregeln / Règles déontologiques

Beschwerdestelle

Frau Jacqueline Hunziker, Fürsprecherin

Nur schriftliche Beschwerdeeingaben.
Keine telefonischen Rechtsauskünfte und Beratungen.

Mitgliederliste

Statuten / Statuts

Frequently Asked Questions (FAQ)

Das Inkassounternehmen ist der Vermittler zwischen dem Gläubiger und dem Konsumenten. Ab dem Mahnschreiben ist das Inkassounternehmen für die Bearbeitung ihres Falles verantwortlich.

Ich habe eine Zahlungserinnerung eines Inkassounternehmens erhalten. Was soll ich tun?

Sofern Sie eine Leistung für die entsprechende Forderung bezogen haben, überweisen Sie bitte den offenen Betrag mit beiliegendem Einzahlungsschein. Ist dies nicht möglich, so nehmen Sie mit dem Inkassobüro Kontakt auf Klärung der offenen Fragen oder Vereinbaren die Rückzahlung in Raten.

Was soll ich tun, wenn ich ungerechtfertigt eine Zahlungserinnerung erhalten habe?

Sofern die Forderung aus Ihrer Sicht ungerechtfertigt ist, melden Sie sich bitte umgehend beim Inkassounternehmen, damit die Sachlage geklärt werden kann.

Ich habe den Einzahlungsschein nicht mehr. Wie kann ich die offene Forderung begleichen?

Melden Sie sich bitte beim Inkassoinstitut, damit dieses Ihnen einen neuen Einzahlungsschein zustellen kann.

Kann ich den offenen Forderungsbetrag auch mit Teilzahlungen leisten?

In aller Regel ist dies möglich. Das Inkassobüro wird mit Ihnen eine Zahlung in Raten vereinbaren.

Ich habe die Rechnung bereits bezahlt, erhielt aber trotzdem eine Zahlungserinnerung des Inkassounternehmens?

Hat sich die Zahlung mit Mahnung überschnitten ist die Angelegenheit grundsätzlich erledigt. Es hilft aber, wenn Sie das Inkassounternehmen kurz informieren.

Was kann ich tun, wenn meine persönlichen Angaben offensichtlich falsch oder unwahr sind?

Sofern Ihre Angaben unwahr sind, melden Sie sich bitte direkt beim Inkassoinstitut, damit dieses Ihre Angaben korrigieren kann.

Was kann ich tun, wenn ich die vereinbarten Ratenvereinbarungen nicht mehr länger tragen kann?

Melden Sie sich bitte direkt bei Inkassoinstitut, damit die Sachlage neu beurteilt werden kann. Es ist immer wichtig, dass Sie sich frühzeitig melden. Nur wenn das Inkassoinstitut von Ihrer neuen Situation Kenntnis hat, kann es darauf eingehen.

Ich habe eine Zahlungserinnerung des Inkassounternehmens erhalten, die mich nicht betrifft.

In der Schweiz ist eine zweifelsfreie Identifikation leider nicht immer möglich. Es fehlt ein Personenindentifikator (z.Bsp. AHV-Nummer) der öffentlich zugänglich ist. Informieren Sie das Inkassounternehmen, so dass dies korrigiert kann.

Das Inkassobüro belastet mir einen Verzugsschaden für den Aufwand des Gläubigers.

Gemäss Art. 106 OR hat der Schuldner den aus verspäteter Zahlung entstehenden Schaden zu erstatten. Hierfür wird Ihnen dieser in Rechnung gestellt.

Was wird unter dem Titel Verzugsschaden erhoben?

Mit dem Verzugsschaden übernimmt der Schuldner diejenigen Aufwendungen die dem Gläubiger aufgrund der Nichtzahlung des Schuldners entstehen. Der Verzugsschaden ist abhängig von der Forderungshöhe. Der vsi setzt die maximale Höhe aufgrund von empirisch erhobenen und wissenschaftlich geprüften Zahlen von vergleichbaren Fällen fest, die von den Mitgliedern nur in begründeten Fällen und unter Nachweis der effektiven Aufwendungen überschritten werden darf.

Wieso erhalte ich eine Mahnung für Verlustscheine, die bereits sehr alt sind?

Verlustscheine verjähren 20 Jahre nach der Ausstellung. Wurde die Verjährung unterbrochen so verlängert sich der Anspruch des Gläubigers.

6 Gründe, warum Sie auf uns vertrauen sollten:

Selbstregulierung
Die vsi-Mitglieder schaffen Rahmenbedingungen für ein gutes Inkasso.
Rechtlich
Die vsi-Mitglieder halten sich an die gesetzlichen Vorgaben
Vermittler
Die vsi-Mitglieder setzen sich für die Gläubigerinteressen ein und agieren als Vermittler
Richtlinien Gutes Inkasso
Die vsi-Mitglieder halten sich an die mit verschiedenen Vertretern erarbeiteten Richtlinien für ein gutes Inkasso
Beschwerdestelle
Der vsi verfügt über eine Beschwerdestelle zur Bekämpfung von Missbräuchen
Interessenvertretung
Die vsi-Mitglieder vertreten gegenüber der Öffentlichkeit und der Politik die Interessen der Gläubiger

Richtlinien für gutes Inkasso

Im Jahr 2012 legten das Bundesamt für Justiz, Vertreter für Konsumentenschutz sowie der vsi die Richtlinien für ein gutes Inkasso fest. Diese sind für die Mitglieder des vsi verbindlich.

§ 1 Zweck

Die vorliegenden Richtlinien definieren einen Standard für ein korrektes Forderungsinkasso, welches die Interessen der Gläubiger, der Inkassounternehmen und der Schuldnerinnen und Schuldner gleichermassen berücksichtigt.

§ 2 Begriff des Forderungsinkassos

Forderungsinkasso liegt dann vor, wenn ein Gläubiger ein Inkassounternehmen beauftragt, eine unbezahlte Forderung bei einer Schuldnerin oder einem Schuldner durchzusetzen.

§ 3 Allgemeine Grundsätze

Das Inkassounternehmen ist verpflichtet, sich an die gesetzlichen Bestimmungen zu halten und seine Tätigkeiten redlich, gewissenhaft und ordnungsgemäss auszuüben.

§ 4 Annahme eines Inkassomandates

Das Inkassounternehmen lässt sich bei der Mandatserteilung die rechtlichen Grundlagen der einzuziehenden Forderungen angeben (Beispiel: Handyrechnung, Bestellung von Möbeln). Zudem lässt es sich bestätigen, dass die Forderungen zu Recht bestehen, bisher nicht bestritten wurden und wie viele Mahnungen bereits durch den Gläubiger versandt wurden.

§ 5 Qualität der einzuziehenden Forderungen

Bei der Annahme von Inkassomandaten ist die Seriosität des beauftragenden Gläubigers soweit wie möglich abzuklären. Ist offensichtlich erkennbar, dass die einzuziehenden Forderungen ganz oder teilweise rechtunwirksam oder auf sittenwidrige Weise zustande gekommen sind, ist das Mandat abzulehnen.

Liegen Hinweise vor, dass die einzuziehenden Forderungen ganz oder teilweise rechtsunwirksam oder auf sittenwidrige Weise zustande gekommen sind, so hat das Inkassounternehmen weitere Abklärungen zu treffen. Namentlich sind vom Gläubiger weitere Belege zur einzuziehenden Forderung zu verlangen.

Ergeben sich im Laufe der Ausführungen des Mandats Hinweise, dass die einzuziehenden Forderungen ganz oder teilweise rechtsunwirksam oder auf sittenwidrige Weise zustande gekommen sind, so hat das Inkassounternehmen weitere Abklärungen zu treffen und gegebenenfalls das Mandat niederzulegen.

§ 6 Kontaktaufnahme mit der Schuldnerin oder dem Schuldner

Die Schuldnerin oder der Schuldner wird grundsätzlich schriftlich kontaktiert. Dies gilt nicht, wenn eine Forderungsverjährung oder ein anderweitiger Rechtsverlust droht. Telefonische Kontaktaufnahmen sowie persönliche Besuche sind zulässig, dürfen aber nicht zu Schikanezwecken eingesetzt werden.

Eine persönliche Kontaktaufnahme mit der Schuldnerin oder dem Schuldner darf nur ausserhalb der geschlossenen Zeiten gemäss Artikel 56 SchKG erfolgen, d.h. tagsüber von 7 bis 20 Uhr und nicht an Sonntagen oder staatlich anerkannten Feiertagen.

Im Falle einer telefonischen Kontaktaufnahme muss die Schuldnerin oder der Schuldner ausreichend identifiziert werden, bevor der Grund des Anrufs mitgeteilt wird. Bei einer schriftlichen oder persönlichen Kontaktaufnahme am Arbeitsplatz des Schuldners darf der Grund der Kontaktaufnahme weder dem Arbeitgeber noch den Arbeitskollegen der Schuldnerin oder des Schuldners bekanntgegeben werden.

§ 7 Einzelheiten der einzuziehenden Forderung

Bei der ersten Kontaktaufnahme mit der Schuldnerin oder dem Schuldner weist das Inkassounternehmen auf das Inkassomandat hin und gibt bekannt, welche Forderung (Betrag, Gläubiger, Rechtsgrund) durchgesetzt werden soll.

Der gegenüber der Schuldnerin oder dem Schuldner geltend gemachte Gesamtbetrag ist in seine Einzelpositionen aufzuschlüsseln (Beispiel: Aufzählung der einzelnen Grundforderungen, Verzugszins mit Angabe des Zinssatzes, Inkassokosten, Mahnspesen, Verzugsschaden).

§ 8 Geltendmachung eines Verzugsschadens bzw. von Inkassokosten

Macht das Inkassounternehmen einen über die Grundforderung hinausgehenden Verzugsschaden oder eine ähnliche Forderung geltend, muss deren Höhe für die Schuldnerin oder den Schuldner aus der Korrespondenz klar erkennbar sein.

Zusätzlich ist der geltend gemachte Verzugsschaden kurz zu begründen. Dazu kann folgender Text verwendet werden: „Beim geltend gemachten Verzugsschaden handelt es sich um den Aufwand, der durch die Nichtbezahlung der offenen Rechnung bei uns entstanden ist. Er setzt sich zusammen aus unserem Personalaufwand sowie angefallenen Aufwendungen (Porti, Telefonkosten, etc.).“

Sofern mit der Schuldnerin oder dem Schuldner nicht etwas anderes vereinbart wurde, dürfen Inkassokosten, die über einen Auslagenersatz für die Mahnungen hinausgehen (namentlich die Kosten des Inkassounternehmens), nur für denjenigen Aufwand in Rechnung gestellt werden, der entstanden ist, nachdem die Schuldnerin oder der Schuldner vorher mindestens zwei Mal durch den Gläubiger oder das Inkassounternehmen schriftlich gemahnt worden ist.

§ 9 Hinweise auf die Folgen der Nichtbezahlung

Das Inkassounternehmen erhebt gegenüber der Schuldnerin oder dem Schuldner für den Fall der Nichtbezahlung der Forderung keine Drohungen, die nicht in einem sachlichen Zusammenhang mit der geltend gemachten Forderung stehen. Unzulässig ist namentlich die Drohung der Mitteilung des Zahlungsausstandes an Dritte. Zulässig ist dagegen das Inaussichtstellen einer Betreibung sowie der gerichtlichen Durchsetzung der Forderung inkl. der damit verbundenen Nachteile für den Schuldner (Registereintrag, Verfahrenskosten, etc.).

§ 10 Einleitung der Betreibung

Bevor eine Betreibung eingeleitet wird, ist dies gegenüber der Schuldnerin oder dem Schuldner im Rahmen einer letzten Mahnung ausdrücklich anzudrohen und ihm eine letzte Zahlungsfrist von mindestens fünf Werktagen anzusetzen. Dies gilt ausnahmsweise nicht, wenn eine Verjährung oder ein anderweitiger Rechtsverlust droht.

§ 11 Dokumentation

Damit sich die Schuldnerin oder der Schuldner über die bestehende Zahlungspflicht vergewissern kann, legt das Inkassounternehmen auf Verlangen weitere Belege zur geltend gemachten Forderung vor.

§ 12 Datenschutz

Das Inkassounternehmen stellt sicher, dass die Vorgaben des Datenschutzrechts eingehalten werden.

News

01.02.2017
Betriebsstatistische Erhebung 2017

Neueste Zahlen zur Betriebsstatistischen Erhebung 2017 vom vsi. Das durch die Mitglieder bewirtschaftete Forderungsvolumen beträgt knapp 10 Mia. Franken. Es werden mehr 4 Mio. Forderungen bearbeitet und jährlich werden rund 900’000 Inkassofälle neu aufgenommen.

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01.08.2017
Gläubigerschaden

Im Februar 2017 veröffentlichte der SGV die Studie „Gläubigerschaden aus Zahlungsverzug“. Die Studie die von die Universität St.Gallen analysiert den durchschnittlichen Schaden der dem Gläubiger entsteht, wenn er die Forderung nicht fristgerecht bezahlt.

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Eveline Küng Präsidentin E-Mail

Kornel Tinguely Vizepräsident E-Mail

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c/o Eveline Küng, Advokaturbüro Küng+Hunziker

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T +41 31 819 33 66
F +41 31 819 11 71

Beschwerdestelle

Advokaturbüro Küng + Hunziker
z.Hd. RA Jacqueline Hunziker

Lindenhofweg  9
Postfach 203
3123 Belp BE
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F +41 31 819 11 71

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